Ein Überblick über die Geschichte

Den historischen Namen hat die Insel seit Jahrhunderten. Es wird erzählt, daß Kos, die Tochter Tripos II. der Insel den Namen gegeben hat. Nach anderen Überlieferungen stammt der Name Kos von dem Wort "Koion", das Schaf bedeutet. Es ist nicht sicher, ob damit die Schafzucht gemeint ist, oder die Form der Insel, die mit viel Phantasie die Form eines Schafes hat. Viele behaupten auch, daß die Insel Ihren Namen von dem Meereskrebs bekommen hat, der auf einer Seite der Münze von Alt-Kos abgebildet ist.

Das Leben auf der Insel begann schon in der jüngeren Steinzeit und hat im Laufe der Zeit schon glückliche und schmerzliche Momente erlebt. Schon vor dem trojanischen Krieg landeten Nachkommen des mytischen Herakles, die Keradkliden, auf Kos. Später wurde die Insel von den Doriern besetzt.

700 v. Chr. bildeten die Städte Kos, Halikarnassos (das heutige Bodrum), Knidos und die drei rhodischen Städte Lindos, Ialysos und Kamrios die dorische Hexapolis. Der Bund hatte seinen religiösen Mittelpunkt auf Knidos.

Noch ehe die Perser im 5. Jahrhundert v. Chr. ihren Marsch nach Kleinasien antraten, unterwarfen sich Kos und die benachbarten Inseln der Herrschaft von Halikarnassos. Nachdem die Perser den Krieg verloren hatten, trat Kos dem Attischen Seebund bei.

460 v. Chr. wurde Hippocrates, der "Vater der Heilkunde", auf Kos geboren.

366 v. Chr. wurde die Hauptstadt Astypalia in den Norden der Insel verlegt. Es entstand die heutige Stadt Kos. Ihre schnelle Entwicklung zu einer der stärksten See- und Handelsmächte brachte Reichtum und Wohlstand auf die Insel. Die höchste Blüte erreichte Sie in den drei Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung, mit dem Bau der Asklepeios, prunkvoller Tempel, Gebäuden und Strassen.

130 v. Chr. teilte Kos das Schicksal ganz Griechenlands. Es geriet unter römischer Herrschaft, die Bewohner konnten sich allerdings bestimmte Verwaltungsprinzipien erhalten. Mit der Ausbreitung des Christentums begann auch für Kos eine neue Epoche. Auf einer seiner Reisen besuchte der Apostel Paulus die Insel und legte den Grundstein zur neuen Religion der Liebe.

Bis zum 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. brachte es Kos wiederum zu wirtschaftlichem Wohlstand und erlebte eine künstlerische Blütezeit. Davon zeugen 21 frühchristliche Basiliken, die sich nicht nur durch ihre Größe und ihre prächtige Taufkapellen, sondern auch durch sehr dekorative Fußbodenmosaike auszeichnen.

In der darauffolgenden Zeit wurde Kos ständig von Invasoren bedroht. Im 11. Jahrhundert wurde es von den Sarazenen eingenommen. Anschließend kamen die Genuesen, die wiederum Kos 1315 an die Johanniter abtraten. Über zwei Jahrhunderte blieb Kos unter der Verwaltung der Johanniter. In dieser Zeit wurde das bekannte Ritterkastell, die Festung mit den Stadtmauern, sowie zwei weitere Festungen zur Abwehr der Angriffe der Piraten und Türken gebaut.

Mit dem Fall von Byzanz sahen sich die Bewohner von Kos immer häufiger Überfällen der türkischen Flotte ausgesetzt. Nach monatelanger Belagerung gelang es schließlich Sultan Suleiman, Kos 1522 zu erobern. Bis zu dem italienisch-türkischen Krieg 1911/1912 blieb es unter türkischer Verwaltung.

Nach einem schrecklichen Erdbeeben 1933, welches viele alte Fundamente freilegte, begannen die Italiener mit groß angelegten Ausgrabungen in der Stadt Kos, die bis ins Jahr 1943 andauerten.

Im Jahr 1943 wurde Kos von den deutschen Kräften besetzt, die 1945 von den als Befreiern empfangenen Engländern abgelöst wurden.

Im folgenden Jahr beschlossen die Siegermächte in Paris die Abtretung der Dodekanes an Griechenland. Am 31. März 1947 übergaben die englischen Militärbehörden offiziell die Verwaltung der Dodekanes, einschließlich Kos, an das griechische Mutterland.